VIER 09 – Virtuell: Das neue Magazin der Hochschule für Künste Bremen

Auszug aus dem Editorial:
[…] Was sind die Religionen, Kunst, Musik, Literatur – aber auch Wahnvorstellungen oder Verschwörungstheorien aller Zeiten – anderes als virtuelle Welten? Ständig verändert haben sich vor allem die jeweiligen Medien. Mit den neuen interaktiven Technologien erleben wir aber fraglos die Entstehung einer völlig neuen Qualität von Virtualität, mit noch ganz ungeahnten Entwicklungspotentialen. […]
Wie ein roter Faden zieht sich durch fast alle Texte die Überlegung, wie das Spannungsverhältnis von Virtualität und „realem“ Raum zu charakterisieren sei. Handelt es sich um einen Gegensatz? Eine Ergänzung? Oder ist Virtualität schlicht als eine Facette der Realität zu begreifen? […]
Seit heute halte ich die neue Ausgabe des Magazins VIER der Hochschule für Künste Bremen mit dem Schwerpunkt Wirklichkeit versus Virtualität in Kultur, Design und Kunst in den Händen.

Wie auch in den letzten Ausgaben besticht das neue Magazin vor allem wieder durch den experimentellen Charakter bezüglich des Einsatzes von Typografie, Inhalt und verwendetem Bildmaterial. Zudem kommen innerhalb der VIER verschiedene Papierstärken zum Einsatz (Munken Lynx 1,13-faches Volumen 90g/m² und Bilderdruck matt FSC-Mix 115 g/m²), um inhaltlich Schwerpunkte zu setzen. Auch sind manche Texte, meist Interviews, komplett in englischer Sprache verfasst.
Neben den Beiträgen von Studenten der Hfk Bremen melden sich auch der frühere Zeit-Herausgeber Michael Naumann, der ZKM-Leiter Peter Weibel, mit Mike Gerritzen vom Graphic Design Museum Breda oder Nick Bell aus London zu Wort.
Für die Artdirektion sind Prof. Andrea Rauschenbusch in Kooperation mit Ahonen & Lamberg, Paris verantwortlich. Ich bin erstaunt, dass anders als in den letzten Ausgaben diesmal Mario Lombardo nicht an der Umsetzung beteiligt ist, obwohl meiner Meinung nach auch hier sein Stil unverkennbar ist.

Im Großen und Ganzen ein gelungenes Exemplar und durchaus zu empfehlen. Lediglich die Gestaltung des abnehmbaren Schutzumschlags wirkt ein wenig lieblos gestaltet: der fehlende Thementitel auf dem Deckblatt und die mir unschlüssigen Perforationen an den Seiten. Wenn schon dieser Weg eingeschlagen wird, warum nicht direkt aus dem Schutzumschlag ein faltbares Plakat gestalten?
Die Zeitschrift kann kostenlos über die Projektseite via E-Mail bestellt werden. (Allerdings wird die neue Ausgabe noch nicht auf der Website vorgestellt, was sich in den nächsten Tagen sicherlich noch ändern wird.)
ECKDATEN
118 Seiten
Auflage: 7300 Stück
Erscheinungsweise: halbjährlich




