büro uebele gestaltet neue visuelle Identität für den Deutschen Bundestag

Dienstag, 8. Dezember 2009
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Kommentare (2)

büro uebele: Neue visuelle Identität für den Deutschen Bundestag

Das büro uebele ist für das neue einheitliche Erscheinungsbild des Deutschen Bundestags verantwortlich.

Hier ein Auszug aus dem Pressetext:

Bildmarke
Die schwarze Lininenzeichnung über der flächigen silbernen Form zeigt die zweidimensionale Form des Studio Laies, die nach dem dreidimensionalen Relief von Gies gefertigt wurde. Die sehr fein ausdifferenzierte Strichführung in den Brust-ledern und die zwei Lagen des Gefieders der Schwingen des bestehenden Adlers lassen sich beim Druck nur schlecht wiedergeben. In der Verkleinerung werden die Binnenräume so eng, dass die Klarheit der Form darunter leidet.

Der neue Adler ist einfacher gestaltet: das Gefieder ist auf eine Lage reduziert und die Binnenlinien sind dicker gezeichnet, um den drucktechnischen und hinterleuchtenden Anwendungen gerecht zu werden. Die Schnabelendung ist durch einen kleinen Radius freundlich gezeichnet. Alle teile der Figur weisen ähnliche Radien und Formenmerkmale auf. Die Details beschreiben knapp aber präzise einen Adler, ohne sich in einer naturalistischen Erzählform zu verlieren.

Er zeigt eine Balance zwischen staatlicher Souveränität und bürgerlicher Einfachheit. Er ist ein selbverständliches Zeichen unserer politischen Kultur. Es ist eine selbstverständliche Weiterentwicklung und ein zeitgemäßes Zeichen für den deutschen Bundestag.

Für Blindprägungen und kleine Anwendungen – beispielsweise für Visitenkarten – stellt eine veränderte Zeichnung die gute Wiedergabe im Druck sicher. Bei ihr ist die Binnenzeichnung dicker und das Auge vergrößert und in der Lage verändert, die Schnabellinie entfällt, da sie in dieser größe die Gesamtform stören würde.

Das sympathische Wappentier, das Symbol des Bundestags, das Generationen von Bundesbürgern bereits kennen, muss kommunizieren, dass der Staat spricht: hoheitlich, aber nicht hoch oder von oben herab. Es spricht der Vertreter des Volkes – und das mit der entsprechenden Souveränität und Seriosität. Das Wappentier kommuniziert, dass der deutsche Bundestag nicht irgendein Unternehmen ist, sondern im besten Sinne Staat.

Der Bundestag ist nicht den marktwirtschaftlichen und markentypischen Gesetzen verpflichtet, sondern allen Bürgern, die ihn wählen. Dieses Verfassungsorgan darf sich mit einem staatlichen Zeichen schmücken.

Der Bundestagsadler und der Bundesadler sind eindeutig deutsche und deutlich staatliche Zeichen. Sie haben vielfache Ausformungen auf Münzen und Flaggen und verweisen aufeinander.

Farbe
Die Farben der neuen visuellen Identität sind Schwarz, Weiß, Silber und Grau. Sie entsprechen dem hoheitlichen und seriösen Auftritt. Der Verzicht auf Farbe ist nicht nur eine souveräne Haltung gegenüber den berechtigten Überlegungen, dass sich jedes unternehmen im Markt mit einem unverwechselbaren Farbton von anderen und ähnlichen Nuancen unterscheiden muss. Es ist vielmehr eine logische formale Konsequenz.

Die Form des Bundestagsadlers verbindet sich schwer mit Farbe, ihre souveräne und selbstverständliche Kraft entfaltet sie am besten in Schwarz oder Silber. Grautöne ergänzen die Palette zu einem ruhigen und ausdrucksstarken Klang. Für signaletische Anwendungen – wie Presseausweise – gibt es eine Palette aus fünf leuchtenden Farben, die zur auffälligen Kennzeichnung dienen (beispielsweise bei Einlasskontrollen).

Schrift
Der kräftigen Bildmarke mit ihren vielen radien wird eine feine, aber strenge und klar konstruierte Schrift gegenübergestellt. Sie hält formal die Balance zwischen runden und eckigen Formen und nimmt damit Bezug zu dem Bildzeichen. Damit die Bildwortmarke nicht zu distanziert-kühl und amtlich wirkt, wird ihr eine Serifenschrift zur Seite gestellt: die Melior wurde 1952 von Hermann Zapf entworfen.

Ihre Rundungen sind eine Zwischenform von Kreis und Rechteck und ermöglichen so eine bandartige Wirkung der Wortbilder, die das Auge beim Lesen unterstützt. Die runden Buchstaben sind so gezeichnet, dass sie den Innenraum eines Rechtecks – in Form eines Ovals – optimal ausfüllen. Dies und die hohe x-Höhe ermöglichen auch in kleinen Schriftgrößen eine optimale Lesbarkeit. Eine schrift für den deutschen Bundestag muss nicht nur vom Ausdruck her geeignet sein, sie muss auch hohen technischen Anforderungen stand halten.

Die Melior wurde für den Zeitungsdruck entworfen, also für das Lesen unter erschwerten Bedingungen. Die hohe x-Höhe der Schrift und ihre offene Punzen (also die Höhe der Kleinbuchstaben bzw. die weißen Innenräume) sind ein wesentliches Merkmal für gute Lesbarkeit und Leserlichkeit. Beides trifft auf die Melior zu. Sie ist damit – auch unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit – eine gut geeignete Schrift. Diese Schrift mit den vier Schnitten Bold, Regular und jeweils einer kursiven kommt ausschließlich im linksbündigen Flattersatz zur Anwendung.

Für elektronische Anwendungen wie Internet und E-Mail wird als Ersatz die Georgia eingesetzt. Diese Schrift wurde 1993 von Matthew Carter speziell für diese Anwendungen entworfen und hat eine hohe Ähnlichkeit zur Melior.

Kurzporträt büro uebele

&copy: Foto Jim Rakete

Inhaber und Geschäftsführer ist Andreas Uebele, Jahrgang 1960, Studium Architektur und Städtebau an der Universität Stuttgart und freie Grafik an der Kunstakademie Stuttgart.

Seit 1996 eigenes Büro für Visuelle Kommunikation in Stuttgart und seit 1998 Professor für Visuelle Kommunikation an der Fachhochschule Düsseldorf, seit 2002 Mitglied im Type Directors Club New York, Art Directors Club New York und Art Directors Club Deutschland, seit 2005 Mitglied im Rat für Formgebung und seit 2007 Mitglied der AGI, Alliance Graphique Internationale.

Das Büro arbeitet in allen bereichen der Visuellen Kommunikation. Schwerpunkte sind visuelle Identität, Informations- und Orientierungssystem, Unternehmenskommunikation, Messe und Ausstellung.

Momentan gehören elf Kommunikationsdesigner und eine Assistentin als fest angestellte Mitarbeiter, sowie eine Architektin und ein Kommunikationsdesigner als freie Mitarbeiter zum büro uebele.

Die Arbeiten des Büros wurden in den letzten Jahren mit über 250 internationalen und nationalen Auszeichnungen gewürdigt. Das büro uebele erhielt im Jahr 2003 den »Grand Prix« des red dot Communication Design, einen der höchsten europäischen Designpreise und in diesem Jahr den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland in Gold, den höchsten deutschen Designpreis. Die Arbeiten des Büros sind in zahlreichen internationalen Sammlungen und Museen vertreten.

Weitere Informationen:
Anhang der Pressemitteilung mit zahlreichen Schaubildern (PDF)

2 Kommentare

  1. rbrt, Samstag, 12. Dezember 2009, 15:57

    sehr sehr gut.
    leider. immer dieses uebele…
    gibts noch konkurenz?????

  2. Lukas, Montag, 21. Dezember 2009, 15:00

    Konkurenz würde dem Geschäft gut tun, gerade um den Adler ansprechender zu gestalten. Doch schlecht sieht er nicht aus :)

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